Bavarian Open Mixed, Oberstdorf
Oberstdorf, 17.-20.05.2007

"Ein echtes Erlebnis..."

Um 8 Uhr morgens trafen wir uns alle in Neuss zur Abfahrt nach Oberstdorf. Schon im Auto war die Stimmung gut und der glücklicherweise nicht vorhandene Verkehr steuerte dazu bei, dass wir ohne Verzögerungen um ca. 13 Uhr in Oberstdorf eintrafen. Die Verkehrsführung in Oberstdorf war am Anfang schon etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn man nämlich meint, dass in einem Ort ein bestimmter Punkt am besten über die Straße zu erreichen sei, die am ehesten in dessen Richtung führt, so trifft dies zumindest auf Oberstdorf nicht zu. Oder war das Navi am Ende doch im Stadtrundfahrt-Modus?!
Unser CCD Headquarter für die nächsten Tage sollte das Gästehaus Sirch sein. Unsere Ferienwohnung war ca. 110 qm groß. Drei geräumige Schlafzimmer für jeweils 2 Personen, Küche, Bad, Terrasse und ein ca. 40qm großes Wohnzimmer mit einem schönen bequemen Sofa. Getränke lagerten zu fairen Preisen im Keller. Für 42 € pro Nacht bot diese Wohnung mehr als zu erwarten war. (Ein weiterer Vorteil dieser Wohnung sollte sich erst später offenbaren!)

Das Gästehaus Sirch in der Lorettostrasse.
Das komplette Erdgeschoss war unser *hehe*
[Foto-Quelle: Fremdenverkehr Oberstdorf]

Nachdem das Wichtigste ausgepackt war, sollte unser nächstes Ziel natürlich das Eissportzentrum sein. Die Stimmung war dort bereits hervorragend. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass dies alleinig dem Freibier zu verdanken war, aber nein, es gab auch nüchterne Personen die gut drauf waren. Schön war natürlich das Treffen mit den in Düsseldorf trainierenden Spielern der griechischen Nationalmannschaft Niko und Saki, welche zusammen mit den amtierenden dänischen Vizeweltmeisterinnen als Team „Greece Lightning“ starteten.
Nach unserer Anmeldung und der dringend notwendigen Stärkung am Grill, mussten wir uns auch schon direkt für unser erstes Spiel um 18 Uhr vorbereiten. Im ersten Spiel traten wir gegen Cortina 2 an, deren Skip Mitglied der diesjährigen, italienischen Damen WM Mannschaft war. Wir spielten mit der Aufstellung 1 Tanja, 2 Michael, 3 Kiki und Richard Dey als Skip. In den ersten 3 Ends erkämpften wir uns eine Führung von 4 Steinen. Vor allem Richards starken Steinen war es zu verdanken, dass in den folgenden Ends der Schaden nicht zu groß war. Im letzten End führten wir mit 2 Steinen, wobei Cortina 2 den letzten Stein hatte. Nachdem Cortina mit einem frei liegenden Stein shot lag, hätte es doch möglich sein sollen mit einem vermeintlich „einfachen“ Takeout das Spiel für sich zu entscheiden. Leider verfehlte dieser Takeout sein Ziel und der gegnerische Skip sicherte mit einem gefühlvollen Draw das 7:7 Unentschieden. Wir nahmen diesen Dämpfer jedoch optimistisch und freuten uns über unseren ersten Punkt im ersten Spiel. Nach dem obligatorischen Umtrunk machten wir uns auf den Weg zurück in die Ferienwohnung. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Tanja, die uns durch ihre Alkoholabstinenz über die Tage Taxikosten und nasse Füße ersparte!
Für den Ausklang des Abends gab es nur ein Ziel: Weinklause. Eine...., ...naja.... „Disco“, deren Jahresumsatz wahrscheinlich ausschließlich während der Vierschanzentournee und dem Curlingturnier zustande kommt. Die Stimmung war dort, wie sollte es auch anders sein, ausgelassen und so kam es, dass über den Zeitpunkt der Rückkehr keine verlässlichen Aufzeichnungen mehr existierten. Der bereits erwähnte, weitere Vorteil der Ferienwohnung war übrigens, dass sich diese in der gleichen Straße wie die Weinklause befand, wodurch der Heimweg sehr vereinfacht wurde.

Trotz der langen Nacht waren am nächsten Morgen keine Verluste zu beklagen und so waren wir nach einem ausgiebigen „Frühstück“ pünktlich um 12:30 Uhr in der Eishalle zu unserem zweiten Spiel. Diesmal ging es gegen eine schweizer Mannschaft aus Zug. Nach den ersten 3 Ends war das Spiel halbwegs ausgeglichen. Nach einer moderaten Leistung unsererseits kamen unsere Gegner immer besser mit dem Eis zurecht, so dass diese das Spiel beherrschen konnten und zuletzt mit 7:4 verdient gewonnen haben. Selbst nach dem Verlust dieses Spiels blieb unsere Motivation erhalten. Immerhin blieb ja noch das „Trostgetränk“, das wir dank des Wetterumschwungs im strahlenden Sonnenschein mit einem herrlichen Bergpanorama genießen konnten. Für das Mittagessen schlug Richard ein Restaurant an einem nahe gelegenen Bergsee vor, welches er schon vor einigen Jahren einmal besuchte. Nach Karte und Gefühl machten wir uns daraufhin mit dem Auto auf die Suche. Das nach einiger Zeit der Weg immer schlechter wurde, machte vorerst keinen stutzig, auch die bösen Blicke der Wanderer weckten keine Zweifel. Das wir das Verbotsschild übersehen haben, haben uns erst später die Schweizer erzählt, die uns zu dem Restaurant folgen wollten. Trotz der Spießrutenfahrt durch die Wanderer (es tut uns leid, war wirklich keine Absicht!!!), hat es sich der schönen Umgebung und des leckeren Essens wegen gelohnt.
Unser zweites Spiel an diesem Tag hatten wir um 20 Uhr. Die Gegner waren diesmal Cortina 3, was an sich ganz nett war, da Cortina 2 daher auf unserer Seite war. Auch der Skip dieser Mannschaft hat als Junior bereits WM-Erfahrungen sammeln können. Wir konnten zu Beginn wieder gut mithalten, so dass sich unsere Gegner nicht absetzten konnten. Trotzdem waren wir durchgehend in der Defensive und schafften es nicht Druck auszuüben. Im vierten End wäre es beinahe zur Vorentscheidung gekommen. Nachdem Tanja, Michael und Kiki mit ihren Steinen „nicht sehr erfolgreich“ waren und das Haus immer voller wurde, schaffte es Richard mit seinem letzten Stein einen perfekten Draw zu legen und reduzierte so die gegnerischen Shotsteine von fünf auf einen. Man kann es kaum glauben, aber von schlechter Laune war auch nach diesem verlorenen Spiel keine Spur.
Da es nun auch schon ziemlich spät war machten wir uns nach dem Spiel direkt auf den Weg in die Ferienwohnung. Dort genossen wir es erst einmal die Füße hochzulegen und bei einem schönen Gläschen und ein paar Knabbereien, „Spielanalyse“ zu betreiben. Um 3 Uhr fanden wir dann unsere Motivation wieder um noch in die Weinklause zu gehen. Wer meint der Laden sei leer um diese Zeit, liegt total daneben! Da wir erst um 13:30Uhr wieder spielen mussten, konnten wir es uns ja auch erlauben, erst nachhause zu gehen, wenn die Wege bereits wieder auf natürliche Weise beleuchtet waren.

Den Samstag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse. Die ganze Mannschaft war hoch motiviert, alles für einen Sieg im letzten Spiel zu geben. Unsere letzten Gegner kamen aus Glarus und waren aufgrund eines Ausfalls nur zu dritt. Jeder einzelne von uns gab noch einmal sein Bestes und so war es uns möglich bis auf einen 3er Ausrutscher aktiv Druck auszuüben. Aus sportlicher Sicht rundete dieser 6:3 Sieg das Wochenende perfekt ab.
Am Nachmittag hielt das klare, sonnige Wetter an und so war die Vorfreude auf das abschließende Nebelhornbankett groß. Die letzte Talfahrt war für den „zivilen“ Verkehr um 17 Uhr, so dass an diesem Abend ausschließlich Curlingspieler/-innen auf der Bergstation waren. Ab 18 Uhr war die Nebelhornbahn für die Bankettteilnehmer geöffnet. Schon während des Aufstiegs stieg die Begeisterung über die Aussicht mit jedem Höhenmeter. Gegen 19 Uhr versammelten sich alle zum Aperitif auf der Sonnenterrasse der Bergstation (Foto).  

Unser Team beim Aperitif auf dem Nebelhorn (v.l. Tanja, Richard, Kiki, Michael)

Nach ein paar !frittierten! hors-d’oeuvres begann gegen 20 Uhr das 3-Gänge Menu. Zuerst gab es eine leckere Karottencremesuppe mit frischer Kresse. Anschließend gab es „Geschnetzeltes“ mit Reis und Dosengemüse und anschliessend noch eine Nachspeise. Die Atmosphäre und die anschließende Party ließen das Essen schnell vergessen. Ab 0 Uhr fuhren die Gondeln wieder zurück ins Tal und um nicht im Stau zu stehen nahmen wir eine der Ersten. Bei annähernd Neumond und ausgeschalteter Gondelbeleuchtung schaukelten wir bis auf einen kleinen Zwischenstopp ins beleuchtete Tal hinunter. Der von allen Mitfahrern gesungene, mindestens zehn Minuten andauernde Refrain von „In the Jungle“ wurde nur durch die regelmäßigen Countdowns bei den Gondelmasten unterbrochen. An der Ferienwohnung angekommen, machten sich erstmals die Strapazen der letzten Tage bemerkbar. Die magische Anziehungskraft des Sofas verhinderte einen weiteren Abend in der Weinklause...

Der Sonntag lässt sich schnell zusammenfassen: Aufstehen, Waschen, Anziehen, Frühstücken, Packen, Übergabe, Abfahrt. Leider hatten wir bei der Heimfahrt weniger Glück mit dem Verkehr und so erreichten wir Neuss erst um ca. 23 Uhr.

Aus Sicht der Mannschaft war es ein sehr gelungenes, stimmungsvolles Wochenende und wir sind uns alle einig: „Jederzeit wieder!!!“

Das Turnier in Zahlen:

- 10 Rinks
- 78 gemeldete Mannschaften
- Spieler aus 15 Nationen (unter anderem USA und Kanada)
- Stimmung: 110%
- Platzierung „CCD“: Wir ließen ca. 1/3 des Teilnehmerfeldes hinter uns.
- Platzierung „Greece Lightning“: Durch den Verlust des letzten Spiels leider auf Platz 9  
  zurückgefallen

 

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