|
Der Düsselcup 2006 aus Sicht eines Wissenschaftlers, Analysten
oder Statistikers:
Die Rahmenbedingungen:
Trotz der moderaten
Außentemperaturen war das Eis an diesem Sonntagmorgen in bester
Düsseldorfer Verfassung. Zur Aufwertung des Turniercharakters
wurden erstmal hochmoderne High-Tech Instrumente wie die
elektronische Punktetafel und elektromagnetische Wellen zur
Punktestandsübertragung verwendet. Als menschliches Gegengewicht
zur Technik stieg die Zuschauerzahl des immer beliebter
werdenden Turniers dramatisch im Vergleich zum Vorjahr an. Auch
die Anzahl der Spieler war diesmal auf den Punkt genau richtig
mit 6 Teams a 4 Spielern.
Vor dem ersten Spiel gedachten alle Spieler in einer
Schweigeminute des vor wenigen Wochen und verstorbenen Curlers
Willi (95 Jahre, hat bis Oktober 2007 noch aktiv gespielt!), der
uns wohl vor allem durch seine Brötchen in Erinnerung bleiben
wird. Apropos Brötchen: Die Versorgung mit Kaloriennachschub und
temperatursteigernden Getränken in den Pausen war diesmal wieder
exzellent.
Die These:
Keiner ging mit leeren Händen nach Hause. Nicht nur, dass alle
Teams wenigstens einen Punkt gemacht haben, es wird sich in der
nun folgenden Analyse zeigen, dass je nach Sichtweise alle Teams
eine Besonderheit hatten, die kein anderes Team hatte und dass
einige Begegnungen besondere Rekorde darstellen.
Die Analyse:
Insgesamt wurden 58 Ends gespielt. Im ersten Durchgang waren
wohl alle noch ein bisschen müde, so dass alle Spiele bereits
nach 6 Ends beendet wurden. Doch schon im zweiten Durchgang
gaben die Teams von Ebi und Suzanne Gas und schafften 7 Ends. Im
dritten Durchgang haben dann alle den Turnierrhythmus gefunden,
so dass alle Spiele über die volle Länge von 7 Ends gingen.
Dieser Aufwärtstrend kann – nach genauesten
Untersuchungsergebnissen – nur an der hervorragenden Betreuung
durch die kulinarische Abteilung mit kräftigenden Leckereien und
Getränken gelegen haben.
Weiter in der Statistik: Das Spiel mit den wenigsten Steinen,
nämlich mit nur 7 Steinen war: Team Miro – Team Richard (4:3).
Die Spiele mit den meisten Steinen, nämlich beide Male 14
Steine: Team Ebi – Team Suzanne (5:9) und Team Ebi – Team
Carsten (7:7).
Die Spiele mit der kleinsten Steindifferenz, nämlich Null, also
die Remis waren: Team Kiki – Team Suzanne (5:5), Team Miro –
Team Suzanne (5:5) und Team Ebi – Team Carsten (7:7).
Die größte Steindifferenz, nämlich 9 Steine gab es im Spiel Team
Carsten – Team Richard.
Berechnet man die Steindifferenz für jedes Team, so führt diese
Wertung das Team Richard haushoch mit 14 Steinen an, gefolgt von
Team Suzanne mit 4 und Team Miro mit 3 Steinen.
Das kleinste Haus ? Tja, es gab kein Nullerend, aber insgesamt
32 Mal wurde ein End mit genau einem Stein geschrieben. Das ist
also in 55 % aller Ends der Fall gewesen. (Zweierhäuser: 29 %,
Dreierhäuser: 9 %, Viererhäuser: 2 %, Fünferhäuser: 3 %)
Das Viererhaus gab es nur einmal, nämlich im Spiel Team Ebi –
Team Miro. Dagegen gelang zweimal das höchste Haus mit 5
Steinen, nämlich Team Suzanne zum Nachteil von Team Ebi und
gleich danach Team Ebi gegen Team Carsten. Das Fünferhaus
wollten Ebi & Co wohl nicht auf sich sitzen lassen und haben es
also gleich im nächsten Spiel selbst aufs Eis gelegt und an
Carsten & Co weitergegeben. Und wenn es noch ein viertes Spiel
gegeben hätte – wer weiß – dann hätten wahrscheinlich die das
Fünferhaus wieder an jemanden weitergegeben.
Die häufigsten Führungswechsel ereigneten sich im Spiel Team Ebi
– Team Suzanne. Dreimal wechselte hier die Führung von einer
Mannschaft zur anderen.
Seit einem Turnier in Straßburg weiß ich, dass es interessant
ist, die gewonnen Steine durch die gewonnenen Ends eines Teams
zu teilen. Damals hatten wir für einen besonders hohen
Quotienten vier Bohrmaschinen gewonnen. Seitdem nenne ich dieses
Kriterium die Straßburger Quote. Sie zeigt also an, wie viele
Steine man pro gewonnenes End geschrieben hat. In dieser
Kategorie gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Es führt das Team
Suzanne hauchdünn mit 1,9 Steinen pro End, dicht gefolgt von
Team Ebi mit 1,89 Steinen pro End. Auf Platz drei und damit die
Bronzemedaille in dieser Kategorie hat das Team Carsten gewonnen
mit 1,66 Steinen pro End.
Wie man sieht, hat jedes Team seine Qualitäten – es kommt nur
auf die Sichtweise an.
Die Besonderheiten der Teams:
Carsten, Michael, Christian und Paolo – die Durchstarter:
Einziges Team, das im nächsten Spiel immer mehr Ends gewonnen
hat als im vorherigen Spiel. Starker Aufwärtstrend !
Ebi, Heinz, Jörg und Jutta – die Vielseitigen: Das Team, das die
meisten unterschiedlichen Häuser geschrieben hat. Sie haben
nicht nur ein Einer- und Zweierhaus, sondern auch ein Dreier-
und ein Fünferhaus geschafft.
Kiki, Sven, Claus-Peter und Kaya – die Ziffernökonomiker:
Einziges Team, das mit nur zwei Ziffern bei ihren Ergebnissen
ausgekommen ist – 1 und 2. Und damit sind sie immerhin auf dem
vierten Platz gelandet.
Suzanne, Katrin, Ulla und Richeza – die Quotenjäger: Das Team,
das die meisten Steine pro End gemacht hat und damit die
Straßburger Wertung anführt.
Richard, Felix, Nils und Peter – die Steineleger: Das Team mit
den meisten Ends und Steinen und der besten Steindifferenz.
Miro, Ronja, Andreas und Daniela – die Punktesammler: Das Team
mit den meisten Punkten.
Fazit:
Der Düsselcup – ein supergutes Turnier, bei dem jedes Team hätte
gewinnen können, wenn man nicht ausgerechnet nach Punkten, Ends
und Steinen gegangen wäre. Wer hat sich dieses Verfahren
eigentlich ausgedacht ?
Bis zum nächsten Jahr.
Miro
Rangliste:
|
Rang |
Team |
Punkte |
Ends |
Steine |
|
1.
|
Sieger des
Wanderpokals
Miro - Ronja - Andreas - Daniela |
5 |
10 |
16 |
| 2. |
Richard - Felix - Nils - Peter |
4 |
14 |
21 |
| 3. |
Suzanne - Katrin - Ulla -
Richeza |
4 |
10 |
19 |
| 4.
|
Kiki - Sven - Claus Peter -
Kaya |
3 |
9 |
14 |
| 5.
|
Ebi - Heinz - Jörg - Jutta |
1 |
9 |
17 |
| 6. |
Carsten - Michael - Christian
- Paolo |
1 |
6 |
10 |
|