Klingt doch gut, oder? Als einzige
Frage ist diesmal natürlich – wie immer – eine einzige
verboten: „Wie viele Teams haben denn mitgespielt?“
Das kriegt man aber heraus, wenn man diesen Bericht genau
durchliest.
Zunächst eine Erklärung, was diese Veranstaltung eigentlich
ist: Es gibt im Curling Deutsche Meisterschaften der Damen,
der Herren und eben auch Mixed. Mixed bedeutet, dass sich in
der Spielerreihenfolge des Teams immer Männlein und Weiblein
abwechseln müssen. Auch wenn jemand ausfällt, so dass nur noch
zu dritt weitergespielt wird, muss eine abwechselnde
Reihenfolge eingehalten werden. Genau wie bei den Damen- und
Herrenmeisterschaften qualifiziert sich der Sieger der Mixed
für höhere Aufgaben – nämlich für die Europameisterschaften im
Mixed. Aber es gibt auch einen wichtigen Unterschied zu den
Damen- und Herrenmeisterschaften. Das ist auch der Grund,
warum wir überhaupt hingefahren sind: Man muss sich nicht
dafür qualifizieren, sondern nur anmelden. Dagegen muss man
sich bei den Damen und Herren erst immer in
seiner Region (Norddeutschland, Süddeutschland, ...) in einer
Vorrunde qualifizieren.
Nachdem ich mich mit dieser theoretischen Erklärung schon
etwas über die Zeit gerettet habe und hoffentlich der ein oder
andere schon aufgehört hat zu lesen, muss ich doch mal zum
unangenehmeren Teil des Berichts, nämlich zum Spielverlauf
selbst kommen.
Nun ja, also ich schiebe doch lieber erstmal vorweg, dass wir
übrigens supertolles Wetter hatten an dem Wochenende, kein
Wölkchen am Himmel und dass wir kaum Stau hatten und dass die
Wohnung supertoll und supergünstig war (Die Ferienwohnung von
Familie Guggemos in der Von-Freyberg-Straße 39 ist echt
empfehlenswert!). Und wir haben es wirklich genossen, mit
Dreien unserer Nationalspieler auf demselben Eis zu stehen und
auch gegen sie zu spielen. Das waren Andrea Schöpp, ihre
Leadspielerin Marie Rotter und Andy Lang, frischgebackener
Vize-Weltmeister. Wir haben selbstverständlich auch Autogramme
abgesahnt und die Stimmung bei uns war - trotz unseres Spiels
- auch super. Jetzt gehen mir langsam die Nebensächlichkeiten
aus, die für uns aber eigentlich gar nicht so nebensächlich
waren, sondern wichtig. Aber ihr wollt jetzt schon noch was zu
den Spielen wissen, oder?
Eine Sache wäre vorher doch noch zu erwähnen, nämlich wer
„wir“ eigentlich sind. Da wären die Damen Tanja, Ronja und
Kiki, die sich immer schön im Rotationsprinzip zwischen den
Spielen ausgewechselt haben und die Herren auf festen
Positionen 2 und 4: Andy und Miro (siehe Foto).
Nun komme ich gezwungenermaßen doch zum Kern des Berichts.
Erstmal soll man immer etwas Positives sagen: Es ging an sich
gut los! Gleich im ersten Spiel gegen die Geschwister Schöpp
haben wir tatsächlich erstmal ein Nullerend (Schöpps hatten
letzten Stein) geschafft. Da war ich schon überrascht, wie gut
wir die Takeouts brachten. Danach verabschiedeten sich die
guten Takeouts aber für lange Zeit aus unserem Spiel. Und dass
wir dann irgendwie nur Steine kassierten, lag wohl auch daran,
dass unsere Gegner anfingen richtig Curling zu spielen. Ich
sag´s mal wie es ist: 19 Gegensteinchen. Aber im achten und
letzen End haben wir zwei Steine gemacht. Endergebnis 19:2.
Mich beschlich allerdings so ein Gefühl, dass man uns die
geschenkt hatte, ich kann mich aber auch irren. Egal, wir
freuten uns sehr über diese 2 Steine (siehe Foto!). Und wir
stellten nach dem Spiel fest, dass die Schöpps ganz nett sind
und
viel
netter sind, als sie im Fernsehen rüberkommen. Dann komme ich
zur zweiten positiven Sache (und möchte damit die Positivliste
auch schließen, weil ich aus irgendwelchen Gründen keine
weiteren Pluspunkte mehr drauf stehen habe): Bei unseren
Ergebnissen war bis auf das letzte Spiel immer ein
Aufwärtstrend zu sehen, denn schon im zweiten Spiel gegen das
Team um Severin Walter (Schwenningen/Baden-Hills, Grüße an
Berit!) waren es nur noch 16 Gegensteine. Leider reduzierten
wir unsere Steine auch auf einen. Endstand 16:1. Im dritten
Spiel – immernoch am ersten Tag – gegen einen
kanadischstämmigen Skip (Mannheim/Baden-Hills) erhöhten wir
auf 16:2. Und dann kam der Sonntagmorgen, an dem wir unser
bestes Spiel hatten. Gegen eine Kombi aus Füssen und
Baden-Hills gewannen wir zwei Ends und ein Nullerend und
verloren mit nur 9:3 (siehe Foto). Das fünfte und letzte Spiel
ging gegen Andy Lang, unseren Vize-Weltmeister. Bis dahin
hatten wir immer 8 Ends durchgespielt, ohne die Gegner
allerdings dazu zu zwingen. Und das Training hatten wir
offensichtlich auch nötig. An diesem Tag, dem letzten Tag der
Schulferien, hatten wir dann aber Sorge um Staus auf der
Rückfahrt und unser Gegner hatte auch nicht wirklich Lust mit
uns zu spielen, so dass wir das Spiel vorgezogen und auf 5
Ends angesetzt haben. Da haben wir allerdings kein End
gewonnen, aber statistisch gesehen haben wir pro Spiel genau
ein End geschrieben. Wir fuhren dann, als die letzte
Spielrunde gerade angefangen hatte. Deshalb weiß ich gar
nicht, wer gewonnen hat, aber vermutlich die Schöpps.
Jetzt kommen wir zur heikelsten Stelle des Berichts mit der
noch fehlenden Information, um die verbotene Frage beantworten
zu können: Anders als auf Turnieren ist der Spielmodus auf der
Mixed Meisterschaft „Jeder gegen Jeden“. Wegen des geringen
Andrangs auf die Mixed Meisterschaft sind die Organisatoren
froh, wenn sich wenigstens eine Handvoll Teams meldet. Aber ob
die es im Nachhinein gut fanden, dass wir dort gespielt haben,
weiß ich nicht. Andererseits haben wir unserer Aufgabe als
Punkte- und Steinelieferant sehr gut erfüllt und ich fand es
zumindest gut, dass wir MAL dabei waren.

Miro