Wir sind Sechste der Deutschen Curling Mixed
Meisterschaften!

Füssen 13.-15.04.2007

Klingt doch gut, oder? Als einzige Frage ist diesmal natürlich – wie immer – eine einzige verboten: „Wie viele Teams haben denn mitgespielt?“
Das kriegt man aber heraus, wenn man diesen Bericht genau durchliest.

Zunächst eine Erklärung, was diese Veranstaltung eigentlich ist: Es gibt im Curling Deutsche Meisterschaften der Damen, der Herren und eben auch Mixed. Mixed bedeutet, dass sich in der Spielerreihenfolge des Teams immer Männlein und Weiblein abwechseln müssen. Auch wenn jemand ausfällt, so dass nur noch zu dritt weitergespielt wird, muss eine abwechselnde Reihenfolge eingehalten werden. Genau wie bei den Damen- und Herrenmeisterschaften qualifiziert sich der Sieger der Mixed für höhere Aufgaben – nämlich für die Europameisterschaften im Mixed. Aber es gibt auch einen wichtigen Unterschied zu den Damen- und Herrenmeisterschaften. Das ist auch der Grund, warum wir überhaupt hingefahren sind: Man muss sich nicht dafür qualifizieren, sondern nur anmelden. Dagegen muss man sich bei den Damen und Herren erst immer in
seiner Region (Norddeutschland, Süddeutschland, ...) in einer Vorrunde qualifizieren.
Nachdem ich mich mit dieser theoretischen Erklärung schon etwas über die Zeit gerettet habe und hoffentlich der ein oder andere schon aufgehört hat zu lesen, muss ich doch mal zum unangenehmeren Teil des Berichts, nämlich zum Spielverlauf selbst kommen.

Nun ja, also ich schiebe doch lieber erstmal vorweg, dass wir übrigens supertolles Wetter hatten an dem Wochenende, kein Wölkchen am Himmel und dass wir kaum Stau hatten und dass die Wohnung supertoll und supergünstig war (Die Ferienwohnung von Familie Guggemos in der Von-Freyberg-Straße 39 ist echt empfehlenswert!). Und wir haben es wirklich genossen, mit Dreien unserer Nationalspieler auf demselben Eis zu stehen und auch gegen sie zu spielen. Das waren Andrea Schöpp, ihre Leadspielerin Marie Rotter und Andy Lang, frischgebackener Vize-Weltmeister. Wir haben selbstverständlich auch Autogramme abgesahnt und die Stimmung bei uns war - trotz unseres Spiels - auch super. Jetzt gehen mir langsam die Nebensächlichkeiten aus, die für uns aber eigentlich gar nicht so nebensächlich waren, sondern wichtig. Aber ihr wollt jetzt schon noch was zu den Spielen wissen, oder?

Eine Sache wäre vorher doch noch zu erwähnen, nämlich wer „wir“ eigentlich sind. Da wären die Damen Tanja, Ronja und Kiki, die sich immer schön im Rotationsprinzip zwischen den Spielen ausgewechselt haben und die Herren auf festen Positionen 2 und 4: Andy und Miro (siehe Foto).

Nun komme ich gezwungenermaßen doch zum Kern des Berichts. Erstmal soll man immer etwas Positives sagen: Es ging an sich gut los! Gleich im ersten Spiel gegen die Geschwister Schöpp haben wir tatsächlich erstmal ein Nullerend (Schöpps hatten letzten Stein) geschafft. Da war ich schon überrascht, wie gut wir die Takeouts brachten. Danach verabschiedeten sich die guten Takeouts aber für lange Zeit aus unserem Spiel. Und dass wir dann irgendwie nur Steine kassierten, lag wohl auch daran, dass unsere Gegner anfingen richtig Curling zu spielen. Ich sag´s mal wie es ist: 19 Gegensteinchen. Aber im achten und letzen End haben wir zwei Steine gemacht. Endergebnis 19:2. Mich beschlich allerdings so ein Gefühl, dass man uns die geschenkt hatte, ich kann mich aber auch irren. Egal, wir freuten uns sehr über diese 2 Steine (siehe Foto!). Und wir stellten nach dem Spiel fest, dass die Schöpps ganz nett sind und viel netter sind, als sie im Fernsehen rüberkommen. Dann komme ich zur zweiten positiven Sache (und möchte damit die Positivliste auch schließen, weil ich aus irgendwelchen Gründen keine weiteren Pluspunkte mehr drauf stehen habe): Bei unseren Ergebnissen war bis auf das letzte Spiel immer ein Aufwärtstrend zu sehen, denn schon im zweiten Spiel gegen das Team um Severin Walter (Schwenningen/Baden-Hills, Grüße an Berit!) waren es nur noch 16 Gegensteine. Leider reduzierten wir unsere Steine auch auf einen. Endstand 16:1. Im dritten Spiel – immernoch am ersten Tag – gegen einen kanadischstämmigen Skip (Mannheim/Baden-Hills) erhöhten wir auf 16:2. Und dann kam der Sonntagmorgen, an dem wir unser bestes Spiel hatten. Gegen eine Kombi aus Füssen und Baden-Hills gewannen wir zwei Ends und ein Nullerend und verloren mit nur 9:3 (siehe Foto). Das fünfte und letzte Spiel ging gegen Andy Lang, unseren Vize-Weltmeister. Bis dahin hatten wir immer 8 Ends durchgespielt, ohne die Gegner allerdings dazu zu zwingen. Und das Training hatten wir offensichtlich auch nötig. An diesem Tag, dem letzten Tag der Schulferien, hatten wir dann aber Sorge um Staus auf der Rückfahrt und unser Gegner hatte auch nicht wirklich Lust mit uns zu spielen, so dass wir das Spiel vorgezogen und auf 5 Ends angesetzt haben. Da haben wir allerdings kein End gewonnen, aber statistisch gesehen haben wir pro Spiel genau ein End geschrieben. Wir fuhren dann, als die letzte Spielrunde gerade angefangen hatte. Deshalb weiß ich gar nicht, wer gewonnen hat, aber vermutlich die Schöpps.
Jetzt kommen wir zur heikelsten Stelle des Berichts mit der noch fehlenden Information, um die verbotene Frage beantworten zu können: Anders als auf Turnieren ist der Spielmodus auf der Mixed Meisterschaft „Jeder gegen Jeden“. Wegen des geringen Andrangs auf die Mixed Meisterschaft sind die Organisatoren froh, wenn sich wenigstens eine Handvoll Teams meldet. Aber ob die es im Nachhinein gut fanden, dass wir dort gespielt haben, weiß ich nicht. Andererseits haben wir unserer Aufgabe als Punkte- und Steinelieferant sehr gut erfüllt und ich fand es zumindest gut, dass wir MAL dabei waren.

                             
Miro
 

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